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Was machst Du, wenn…? Ist der Titel dieser Folge.

Und eines möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen: dies ist keine Rechtsberatung und dies ist auch keine Steuerberatung! Dies ist nur die Sicht eines Unternehmers, der die eine oder andere Situation eben schon selbst erlebt hat.

Anfangen möchte ich gleich mit einer Behörde, die nicht immer gemocht wird. Ich meine, das liegt schon in der Natur der Sache. Ein Unternehmer ist jeden Tag bestrebt den Gewinn seiner Firma zu mehren und diese Behörde möchte an diesem Gewinn eben auch immer erheblich beteiligt sein. Leider nur nicht in der Gewinnmaximierung, eher in der Schmälerung des Nettoerlöses für den Unternehmer. Mancher kann es sich jetzt schon denken, dass es um das liebe Finanzamt geht.

Dazu eine kurze Geschichte, die sich wirklich, sehr aktuell, so ereignet hat.

Wir haben ein neues Unternehmen gegründet und waren noch im 1. Monat der Geschäftstätigkeit, es wurde uns noch nicht einmal offiziell eine Steuernummer zu geteilt. Es gab noch keine Steueranmeldung über Lohnsteuer nicht und über Umsatzsteuer ect. auch nicht. ABER dafür gab es überraschend und unangekündigt Besuch eines Herrn vom Fiskus.

Zunächst dachte ich mir, naja es wird sich um ein anderes Unternehmen gehen als er sagt er sei für eine Umsatzsteuernachschau bei uns. Also nichts schlimmer und sogar nachvollziehbar da wir oft Umsätze haben die sowohl im Einkauf als auch im Verkauf außerhalb der Bundesrepublik liegen, ja sogar außerhalb Europas. Ich war also gedanklich schon dabei zu fragen: „welchen Vorgang wollen Sie denn sehen? Zeigen wir und erklären wir Ihnen gerne“. – Tja, falsch gedacht.

Es geht um das Unternehmen, welches noch nicht mal eine Steuernummer hat. Die Fragezeichen, die wir alle in dem Moment in den Augen hatten, muss dieser Mensch, der zur Prüfung da war, einfach gesehen haben. Ganz ehrlich, ich an seiner Stelle hätte mich nicht mehr wohlgefühlt bei so etwas Sinnlosem.

Unsere Frage war ja dann klar: „was bitte wollen Sie sehen, es gibt noch gar nichts was zu sehen ist. Es gibt nichts was abgerechnet und/oder gemeldet wurde“. – „ja, das ist egal, wir dürfen das dennoch“.

Alles klar, dachte ich mir, so willst Du das also hier beginnen. Wir dürfen das und Du lieber Steuerpflichtiger, Du musst jetzt machen was ich Dir sage.

„OK, was muss ich sagen und wozu darf ich schweigen“?

Habe ich ihm daraufhin entgegnet. „Lesen Sie sich dieses Merkblatt durch, da steht alles drin“. War seine Antwort. Das Geile, auf dem Merkblatt stand, oben ganz Fett „ENTWURF“. So recht verstanden, was da alles im Beamtendeutsch stand habe ich nicht, und das habe ich ihm auch gesagt. „was heißt das jetzt? Ich bin einfacher Kaufmann, kein Jurist, oder Steuerberater, erklären Sie es mir bitte“. Mein Ton war an der Stelle, zugegeben, schon etwas schärfer. Seine Antwort „da steht alles drauf“. Na schön, wenn Du mir jetzt so kommst, dann wird das jetzt unbequem für dich, habe ich mir gedacht. Und ich habe sofort gesagt: „wir rufen jetzt erst einmal unseren Steuerberater an, und bis dahin werden weder ich noch meine Mitarbeiter auch nur irgendein Wort sagen“.

Nochmal zur Erinnerung: es geht um ein Unternehmen, welches noch keinen Euro und keinen US-Dollar fakturiert hat, weil es erst ein paar Tage alt ist. Das Telefonat zwischen unserem Steuerberater und ihm war für ihn nicht mehr angenehm, sein Gesichtsausdruck hat Bände gesprochen. Danach hat mich unser Berater noch auf das eine oder andere hingewiesen und klar gesagt was ich machen soll und was ich nicht muss.

Und jetzt zur Auflösung wie es dazu gekommen ist: im Fragebogen, so hat das der Prüfer dann auch rausgelassen, habe ich einen Umsatz angegeben, (zur Erklärung, wenn Du ein Unternehmen gründest, das weißt Du mit Sicherheit musst Du dem Finanzamt ein paar Fragen beantworten, das machst Du in einem Fragebogen und der wird dann übermittelt).

So in diesem Fragebogen, so der Prüfer, habe ich einen Umsatz angegeben der unüblich für ein neues Unternehmen sei, nicht unüblich niedrig, sondern unüblich hoch! „Und das hat unser System so ausgespuckt und dazu habe ich mir noch ein paar Fragen ausgedacht“. – Ah ja, ich habe das jetzt bewusst so wiedergegeben.

Mein Versuch, ihm zu erklären, dass rostfreier Edelstahl preislich und somit im Umsatz keinesfalls mit beispielsweise Baustahl o.ä. zu vergleichen sei, hat er verstanden oder auch nicht. Jedenfalls hat er es in sein Laptop gehämmert. Bei seiner Frage ob ich denn schon über genug Erfahrung in dem Gebiet habe, zugegeben, da ist mir mein Gesicht entgleist. Zum Glück nur das Gesicht. Ich war sowas von perplex über die Frage, dass ich sie einfach nur noch mit Zahlen, Daten, Fakten beantwortet habe und das war dann auch schon alles. Er packt seinen Rechner ein und verschwindet.

Was ist das Learning und was will ich Euch weitergeben an der Stelle?

Egal wer, egal wann, wenn ein Besuch so überfallartig kommt, dann ist das ABSICHT!

Man möchte sehen ob das alles so ist wie Du es angibst. Dazu kommen die eben unangekündigt. Aber als redlicher Kaufmann hast Du nichts zu verbergen, da ist alles so wie Du es erklärst. Und natürlich möchte man Dich mit diesem Überraschungseffekt aus dem Gefühl der Sicherheit herausholen und ggf. dazu bringen mehr zu sagen oder zu zeigen als Du müsstest, das ist zumindest meine Interpretation.

Daher, ruft bevor Ihr überhaupt irgendwas macht Euren Steuerberater und notfalls Euren Anwalt, am besten einen der im Steuerrecht fit ist, an. Lasst Euch von denen sagen was ihr tun und lassen sollt.

Lass die mit diesen Herrschaften vom Staat sprechen. Die können das meist besser als Ihr selbst in diesem Moment. Und im Übrigen, im Falle des Besuches der Steuerfahndung, was ich nicht aus eigener Erfahrung kenne, das will ich an der Stelle klar betonen, Ihr habt das Recht Euren Anwalt bzw. Steuerberater anzurufen.

Setz das um alles in der Welt durch, der sagt Euch sofort was zu tun und zu lassen ist. Und mein Tipp dann noch an der Stelle, unterhaltet Euch doch bei nächster Gelegenheit mal mit Eurem Berater oder Eurem Anwalt über solche möglichen Szenarien, spielt mit ihnen durch was ist zu tun, wenn…, das sind die Profis auf diesem Gebiet, die können Euch das sagen. Und damit seid ihr auf jeden Fall schon mal vorbereitet, wenn mal ein Überraschungsbesuch vor der Türe steht.

Sowas gilt auch für diejenigen die viel beispielsweise mit dem Auto unterwegs sind und somit auch das Risiko haben mal geblitzt zu werden. Belastet Euch bloß nicht selbst mit einer Aussage, wenn die Herrschaften von der Polizei vor der Türe stehen.

Wenn es nette Beamte sind, und die gibt es absolut und die machen auch einen tollen Job, sagen die Euch auch gleich das ihr zur Sache nichts sagen braucht. Aber auch hier gilt, fragt bitte Euren Anwalt, auch wenn Ihr nur das Gefühl habt, oh je, da könnte vielleicht was kommen. Ihr seid besser vorbereitet, wenn ihr das schon mal durchgespielt habt.

Ihr seht, auch hier macht Planung absolut Sinn, wie immer im Unternehmerleben.

Ein sauber und mitbedacht ausgearbeiteter Plan erspart Fehler und ggf. teure spontane Reaktionen, die Ihr unter anderen Umständen so ohnehin nicht gemacht hättet.

Das war also mal wieder eine echte Szene aus meinem Unternehmerleben, sowohl das mit dem Prüfer, der prüfen wollte, was es noch gar nicht gab, als auch das mit den wirklich netten Polizeibeamten.

Hat euch diese Folge gefallen, dann lasst mir bitte Eure Bewertung da und euer Abo so Ihr das noch nicht getan habt.

Vielen Dank und bis zur nächsten Folge

Liebe Grüße

Euer Thorsten

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